Schon bevor du dir einen Hund in deine Familie holst, musst du in Österreich einen Sachkundenachweis absolvieren und auch bei der Gemeinde vorlegen. Genauere Infos hierzu gibt bei Land Oberösterreich https://www.land-oberoesterreich.gv.at/96769.htm
☆Ausrüstung zur Sicherung:
Viele Hunde, besonders Hunde aus dem Tierschutz können ausgezeichnete Ausbruchmeister sein. Ein Sicherheitsgeschirr bietet durch den extra Bauchgurt um die Taillen des Hundes genug Schutz, damit er sich nicht aus dem Geschirr befreien kann.
☆Doppelte Sicherung:
Dabei ist eine Leine an einem breiten Halsband befestigt und eine andere am Geschirr. Hier empfiehlt sich ein Bauchgurt bzw. Jogginggurt, den der Mensch trägt, um die Leine die am Sicherheitsgeschirres befestigt ist, extra gut an sich selbst zu befestigen und den Hund sicher zu halten.
☆Haus- bzw. Schleppleine:
Dein Hund soll jederzeit durch die Leine gesichert werden können. Für den Hund ist alles neu und er hat zu dir noch gar keine Bindung. Um deinen Hund vor Fluchtsituationen zu schützen,
solltest du diese Leine immer in der Hand haben, wenn Türen bzw. auch Fenster geöffnet sind. Auch im Garten muss der Hund immer am Sicherheitsgeschirr und der Leine befestigt sein. Schnell kann ein - für den Hund - unbekanntes Geräusch einen Fluchtversuch auslösen. Auf keinen Fall solltest du Rollleinen bzw. Flexileinen verwenden. Reißt sich der Hund los und zieht die am Boden klappernde Plastikkammer hinter sich her, bekommt er noch mehr Panik.
☆Tragen eines Maulkorbes:
Bei Hunden, die Aggressionsprobleme haben oder deren Biografie unbekannt ist, macht das Tragen eines Maulkorbes auch im Haus Sinn. Hier ist bitte zu beachten, dass der Maulkorb dem Hund das Hecheln, Trinken und auch die Aufnahme von Belohnungen wie Leckerlis ermöglicht. Maulschlaufen und ähnliches sind keine Maulkörbe und somit tabu.
☆GPS-Tracker:
Auch wenn du sehr vorsichtig bist, kann es passieren, dass dein Hund flüchtet und in Panik davon rennt. Hier ist für mich ein GPS-Tracker eine sehr gute Wahl, um den Aufenthaltsort bzw. die Laufstrecke des Hundes nachzuverfolgen und somit die Chance zu haben, den Hund bald wieder zu finden. Diese GPS-Tracker gibt es von verschiedenen Firmen. Ich selbst nutze bei meinen Hunden den GPS-Tracker von Tractiv, der ganz Europa abdeckt und bin damit sehr zufrieden.
☆Anlegen einer Geruchsprobe für evtl. Suchhundeeinsatz:
Sollte sich dein Hund doch einmal losreißen und ist nicht mehr auffindbar, gibt es die Möglichkeit eine Tiersuche zu aktivieren. Hierzu gibt es Fachleute, die mit ihren Tiersuchhunden die Spur deines Hundes aufnehmen und verfolgen können. Dafür solltest du dir eine Geruchsprobe deines Hundes gleich bei Ankunft des Hundes bei dir zu Hause anlegen. Wie du diese Probe nimmst, erkläre ich dir sehr gerne bei einem unserer ersten Treffen.
☆Chip- und Registrierpflicht in Österreich:
Alle in Österreich gehaltenen Hunde müssen einen Mikrochip implantiert haben und in der offiziellen Datenbank registriert werden. Die Kennzeichnung mittels Microchip stellt sicher, dass ein Hund eindeutig mit einem weltweit einmaligen Nummerncode identifiziert werden kann. So können entlaufene Hunde schnell und ohne langen Aufenthalt in einem Tierheim zu ihren Familien zurückgeführt werden.
☆Ungestörter Schlafplatz:
Gerade Hunde, die neu in die Familie kommen wollen sich schnell mal zurückziehen. Hier bieten sich Hundeboxen (Vorsicht, das Schließen der Box ist in Österreich nicht erlaubt. Nur zum Transport oder zur kurzen Verwahrung beim Tierarzt), oder ein geschützter ruhiger Ort an, wo der Hund auch mal ein paar Stunden ohne Kinder, Katzen oder andere Haustiere verbringen kann. Besonders Schlaf ist in dieser Zeit wichtig. Schlafmangel kann den Hund nervös, hibbelig und auch agressiv machen. Dazu sollte man wissen, dass Hunde bis zu 16 Stunden am Tag, Schlaf benötigen.
☆Beruhigungsangebote:
Schnüffelteppich, Schleckmatte, Kong, Kauartikel beruhigen den Hund und bauen Stress ab und helfen deinen Hund, sich selbst zu regulieren.
☆Keinen Besuch empfangen:
Da dein Hund erst einmal bei dir zuhause ankommen muss, solltest du die ersten 4-6 Wochen keinen Besuch empfangen. Allein die Menschen, die im selben Haushalt wie der Hund leben sollten anwesend sein. Vertröste deine Freunde und deine Verwandtschaft auf später. Natürlich darfst du ihnen Fotos und Videos deines neuen Familienmitgliedes schicken.
☆Keine langen Spaziergänge in fremder Umgebung:
Bleibe für die ersten Wochen in der näheren Umgebung und geh mit ihm dort Gassi, wo es nicht zu überfüllt und überfordernd für ihn ist. Lasse deinen Hund viel schauen und schnüffeln, so lernt er seine neue Umgebung am besten kennen und auch die benachbarten Hunde kann er somit schon einmal über die Nase kennen lernen.
☆Keine voreiligen Besuche in Hundeschulen:
Meine KundeInnen wissen, dass wir erst mit dem Training beginnen, wenn der Hund im neuen Zuhause angekommen ist. Das kann bei jedem Hund unterschiedlich sein. Die einen sind nach 3 bis 4 Wochen schon bereit, anderen brauchen 3 bis 4 Monate. Vorher macht Hundetraining keinen Sinn, da euer Hund noch kein Vertrauen zu euch aufgebaut hat und mit jeglichem Training komplett überfordert wäre und ein Lernen gar nicht stattfinden kann. Ihr könnt euch allerdings beraten lassen um für euren Hund ein angepasstes Management zu bekommen. Dies kann euch helfen, die Eingewöhnungszeit eurem Hund angenehmer werden zu lassen.
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