Korrigierst Du noch oder trainierst Du schon?

Veröffentlicht am 14. Februar 2026 um 06:59

Hundetraining ist viel mehr als einem Hund das unerwünschte Verhalten abzutrainieren.

Ein junger Hund voller Energie und Lebensfreude hat sich zur Aufgabe gemacht, jedes kleinste Geräusch und jede Bewegung, die er von Nachbars Garten sieht oder hört, zu melden, indem er laut bellt. Jetzt könnte man sagen, man macht es sich leicht und erklärt dem Hund – natürlich mit aversiven Mitteln wie z.B. Wasserspritzen, Antibellhalsband etc. – dass er dies zu unterlassen hat. Abgesehen davon, dass diese Methoden nicht dem tierschutzkonformen Hundetraining entsprechen, bringen sie langfristig die gewünschte Verbesserung? Zum Teil ja, aber VORSICHT! Ich habe danach vielleicht einen Hund, der nicht mehr am Gartenzaun bellt. Ich habe dann aber auch einen Hund, der sich in seinem Zuhause unsicher fühlt und jedesmal, wenn er seinem natürlichen Bedürfnis der Kommunikation nachgehen möchte gehemmt und eingeschränkt ist. Jetzt kann man sagen, das ist doch nicht so schlimm. Ja für uns Menschen natürlich nicht, aber wie geht es unserem Hund dabei? Möchtest du bei jedem Besuch im Garten Angst haben müssen, dass dir unerwartet ein Eimer Wasser ins Gesicht geschüttet wird oder du einen ziemlich unangenehmen Reiz an deinem Körper spüren 

musst, nur weil du deiner Familie etwas erzählen willst, was du Neues gesehen hast, bzw. deine Emotionen wie Erkundungsfreude und Neugierde ausleben möchtest? Mit Sicherheit nicht.

Leider sind viele Methoden im Hundetraining noch darauf ausgerichtet, schlechtes Verhalten zu bestrafen bzw. abzutrainieren. Besser ist es doch, sich zu überlegen, wie soll denn das Verhalten meines Hundes in gewissen Situationen ausschauen. Wie wünsche ich mir sein Verhalten bzw. was soll der Hund machen, wenn z.B. der Nachbar in seinem Garten gemütlich Kaffee trinkt und dein Hund auch in seinem Garten ist.

Mit dieser Art und Weise eine Verhaltensänderung aufzubauen und zu trainieren beginnt dann aber nicht am Gartenzaun, sondern im Alltag in unterschiedlichen Situationen und Örtlichkeiten. Bei unserem Beispiel geht es nämlich nicht nur um das Bellen am Gartenzaun, sondern um die Kommunikation zwischen dem Hund und seinem Menschen, um das Aushalten können von Reizen, um Achtsamkeit der Besitzer gegenüber ihrem Hund und natürlich um das Bewusstsein der Menschen gegenüber den genetischen Gegebenheiten ihres Hundes.

Ein Hundetraining, das fair, bedürfnisorientiert und positiv aufgebaut ist wird nicht nur in diesem Fall langfristig für eine Veränderung sorgen. Es schenkt auch noch so viel mehr an Vertrauen, Sicherheit, und Spaß zwischen Hund und Mensch.

In diesem Sinne, bleibts positiv und ein schönes Wochenende, lG Eure Su

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.