Natürlich veganer Hund!

Veganismus ist für viel Menschen immer noch eine „Spinnerei“, über die man eher Witze macht, als sie ernst nimmt und sich damit beschäftigt. Für mich und für sehr viel andere Menschen ist Veganismus eine Lebensform, die man einschlägt, wenn man einmal begriffen hat, was täglich an Tierleid und die damit verbundene Umweltzerstörung auf unserer Erde stattfindet. Wer wissen will, wie unsere Welt mit Tierausbeutung so funktioniert, empfehle ich folgenden Film:

Die Vegan Society definiert Veganismus seit 1988 folgendermaßen:

„Veganismus ist eine Philosophie und Lebensweise, die – so weit wie möglich und praktisch durchführbar – alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden sucht und darüber hinaus die Entwicklung und Nutzung tierfreier Alternativen zum Vorteil von Tieren, Menschen und Umwelt fördert. In der Ernährung bedeutet dies den Verzicht auf alle ganz oder zu Teilen vom Tier gewonnenen Produkte.“

Als emotional intelligenter Mensch kann man gar nicht aus, ein veganes Leben zu führen. Mitgefühl endet nicht nur beim Menschen, sondern schließt alle Lebewesen dieses Planeten mit ein. Da wir Menschen auch nur eine Tiergattung sind, unterscheiden wir uns nur sehr wenig von den restlichen Tieren. Gefühle und Emotionen wie Angst, Schmerz, Kummer und Trauer können ALLE Tiere fühlen und erleben. Veganismus beschränkt sich nicht nur auf pflanzliche Ernährung. In unserm gesamten Lebensbereich können wir Tierleid vermeiden und somit auch unseren Umweltgedanken weitertragen.

Ich als tierschutzqualifizierte Hundetrainerin und Hundeverhaltensberaterin arbeite ich deshalb fair und bedürfnisorientiert. Ich halte mich dabei an moderne wissenschaftliche Erkenntnisse und stehe für ein belohnungsorientiertes Hundetraining. Da ich selbst meine Hunde Matu und Souci vegan ernähre und auch sonst veganes Equipment nutze, habe ich hier einen kleinen Wegweiser mit vielen Ideen, rund um ein veganes Hundeleben zusammengestellt. Vielleicht findest Du so einen Weg, Dich für ein veganes Hundeleben zu entscheiden. Für alle die es schon leben. DANKE im Namen aller Tiere.

 

Veganes Hundefutter

Da unsere Hunde schon vor 15000 Jahren domestiziert wurden, haben sie so gut wie nichts mehr mit dem Wolf gemeinsam. Als Sozialpartner der Menschen wurden sie u.a. auch an deren Ernährung gewöhnt. Das heißt sie bekamen Essensreste der Menschen, die nur in den seltensten Fällen aus Fleisch bestanden. Getreidebrei, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst waren ihr tägliches Futter.

Es gibt bereits Studien, die sich mit der veganen Hundeernährung befasst haben. Hier geht’s zum Studien und Faktencheck:

https://der-vegane-hund.de/theorie/hund-vegan-ernaehren-studie/

https://www.vegan.at/vegane-ernaehrung-hund

Die Entscheidung für vegane Hundeernährung kann viele gesundheitliche Vorteile bieten. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Umstellung langsam erfolgt. Nähere Infos hierzu:

https://der-vegane-hund.de/praxis/so-gelingt-die-umstellung/

Hier einige Anbieter von veganem Hundefutter:

  • Vutter ( www.Vutter.de)
  • Vegdog (www.vegdog.at)
  • Leni Lecker (www.vegan4dogs.com)
  • Yarrah (www.yarrah.com/de)
  • Naftie (www.naftie.de)
  • Edgar&Cooper - Plant Hund Trockenfutter Karotten & Zucchini oder Plant Based Hund adult Rote Beete und Kürbis Trockenfutter (www.edgardcooper.com)

Möchtest Du selbst Kochen, dann musst Du für die notwendig Supplementierung besonders für Vitamin B12, Taurin, L-Carnitin, Omega-3 sorgen.

ACHTUNG!

Trächtige und säugende Hündinnen, Welpen und erkrankte Hunde dürfen nur unter tierärztlicher Begleitung vegan ernährt werden.

Equipment

Um einen Hund fair und ohne Druck und Schmerz durch das Leben zu führen brauchen wir bestimmtes Equipment. Hierfür gibt es Hundegeschirre, Hundehalsbänder und Leinen, die zum einen Deine veganen Ansprüchen und zusätzlich den tierschutzkonformen Vorgaben erfüllen.

  • Geschirrarten

Besonders zu empfehlen sind die klassischen Y- oder H-Geschirre aus Nylon, Neopren oder Biothane. Diese Geschirre lassen sich ganz einfach an die Größe und den Körper des Hundes anpassen, sodass die Schulterfreiheit und zugleich die Sicherheit gewährleistet ist.

  • Halsband

Beim Halsband ist darauf zu achten, dass es nicht zu schmal (Mindestbreite von etwa einem Drittel der Halslänge des Hundes) ist. Hier gibt es wie bei den Geschirren aus Nylon, Neopren und Biothane tolle Alternativen.

  • Leinen

Auch Leinen aus den Materialien wie Nylon, Neorpen und Biothane sind praktisch und halten einiges aus. Bitte achte darauf, dass Du die Leine so wählst, dass sie verkehrsabhängig ist und Dein Hund trotzdem in keine unnatürliche Haltung gezwungen wird. Hier noch eine Info bzgl. Flexi- bzw. Rolleinen für Dich. Flexileinen sind NICHT am Halsband zu befestigen. Auch am Geschirr üben sie ständigen Zug und somit Stress auf Deinen Hund aus. Zudem kann das Benutzen einer Flexileine schlimme Verletzungen bei Deinem Hund oder auch Dir verursachen.  Bitte überleg Dir, ob Du als Alternative auf eine Schleppleine aus Biothane wechseln möchtest. Du tust Deinem Hund eine rießen Gefallen. 😊

  • Maulkorb

Ein tierschutzkonformer Maulkorb muss ganz individuell der Größe und Kopfform des Hundes angepasst werden. Er muss Luftdurchlässig sein und Dein Hund muss seinen Fang ausreichend öffnen können. Diese Maulkörbe bestehen aus Biothane und Metall

Individuell angepasste Maulkörbe gibt es bei:

  • Bumans (bumas-muzzle.com)
  • Maulimobil (www.maulimobil.at)

Kauartikel

Kauartikel sind besonders wichtig zur Zahnreinigung. Auch als Beschäftigung sind Kauartikel immer ein super Tool, dass Du Deinem Hund anbieten kannst.

Hier kann ich dir folgende Artikel empfehlen:

  • Vegane Kausnacks gibt’s bei jedem veganen Futtermittelhersteller (siehe oben bei veganes Hundefutter)
  • Gemüse wie z.B. Karotten, Zuccini, Gurken, Kürbis
  • Kaffeeholz oder Chewies Kauwurzel
  • Einen mit veganen Leckerlis, Räuchertofu, Obst oder Gemüse gefüllten Kong. An heißen Sommertagen ist ein gefüllter Kong aus dem Tiefkühlfach genau die richtige Erfrischung für Deine Fellnase.

Spielzeug

Veganes Hundespielzeug findest Du in jedem gut sortiertem Fachgeschäft. Bitte achte auch hier darauf, dass das Spielzeug die Beißkraft Deines Hundes aushält bzw. nicht schädlich sind, wenn Dein Hund es doch einmal schafft, es zu schreddern. Besonders bewährt haben sich:

  • Spielzeug aus Naturkautschuk
  • Spielzeugtaue aus Baumwolle, Leinen oder Hanf
  • Selbst gebasteltes Spielzeug aus Klopapierrollen, Zewarollen und alte Socken

 

Fellpflege

  • Hundeschampoo

Vegane Hundeschampoos sind bereits am Markt erhältlich. Hier sind nicht nur die Zusatzstoffe vegan, auch sind diese ohne Tierversuche erzeugt worden.

Als umweltfreundliche Alternative empfehle ich gerne Waschnüsse. Diese gibt es in jedem Bio- bzw. gut sortierten Drogeriemarkt. Du nimmst Dir ein paar Waschnüsse, zerkleinerst sie und legst sie über Nacht in eine Schale mit Wasser. Am nächsten Tag siebst Du das Ganze und hast dann eine Seifenlauge.

Waschnüsse sind auch ein hervorragender Ersatz für Waschmittel. Ein paar Nüsse zerkleinern, in ein Baumwollsäckchen, direkt in die Wäschetrommel zur Schmutzwäsche und wie gewohnt waschen. Die Nüsse sind besonders verträglich, da keine Parfümstoffe enthalten sind.

  • Hundebürsten

Leider werden gängig Bürsten, egal ob für Mensch oder Hund immer noch aus tierischem Haar produziert. Meist sind es Wildschweinborsten, Ziegen- und Pferdehaar.

Hier der Vegane Ersatz zu Tierhaarbürsten:

  • Sisalfaser/-borste (aus der Sisal-Agave gewonnen)
  • Bambusborste
  • Kokosfaser
  • Zellulose (Holzfaser)
  • Synthetikfastern wie Nylon.

 

Solltest Du noch weiter Fragen haben oder Dich näher über das Thema Veganismus mit Hund informieren wollen  Dann schreib mir einfach. Ich freu mich!

LG Deine Su  :)